Bierbrau-Wiki

Häufige Fehler und Fragen

Bier brauen wird dank des großen Angebotes an Bierbrausets für zuhause auch für den Privatmann immer unkomplizierter. Doch auch unter Anwendung eines professionellen Bierbrauset kann beim Brauen immer noch etwas schiefgehen und einige Fragen auftauchen. Die gängigsten dieser Fragen werden im folgenden FAQ beantwortet. Damit ist zukünftig jeder in der Lage, sein eigenes, individuellen und vor allem leckeres Bier zu brauen.

Das eigene Bier herzustellen ist eigentlich gar nicht so kompliziert, wie im ersten Moment oft gedacht wird. Aber das ist natürlich nur die Theorie und die Praxis sieht dann oft doch anders aus. Im folgenden werden alle wichtigen Fragen rund um die Kunst des Brauens beantwortet.

    Das Bier schäumt ständig über - Woran liegt das?

    Entsteht beim Einschenken des Bieres zu viel Schaum, kann dies daran liegen, dass bei der Nachgärung eine zu große Menge an Zucker verwendet wurde. Gushing nennt sich das Phänomen, wenn der Schaum des Bieres bereits bei der Öffnung aus der Flasche heraussprudelt. Genau erforscht sind die Gründe aktuell noch nicht. Oft tritt es gleichzeitig mit einer Bier Infektion auf. Wenn also ebenfalls ein saurer Geschmack vernommen werden kann, ist es möglich, dass Essigsäure- oder Milchsäurebakterien hierfür der Auslöser sind.

    Das Bier bildet zu wenig Schaum - Woran liegt das?

    Ist die Schaumbildung des Bieres nur sehr gering, oder der vorhandene Schaum sehr schnell ineinander fällt, kommen mehrere Auslöser dafür in Frage. Der häufigste Grund ist, dass das Glas in welches das Bier gefüllt wird, nicht korrekt gespült ist. Dann kann das Glas einen Film aus Fett aufweisen. Auch ist es möglich, dass eine zu geringe Kohlensäurekonzentration in dem Bier vorhanden ist.

    Wieso ist in dem Bier zu wenig Kohlensäure?

    Wenn das fertige Bier über eine zu geringe Konzentration an Kohlensäure verfügt, liegt das oft daran, dass der Prozess der Nachgärung nicht korrekt ausgeführt wurde. Ist dies der Fall empfiehlt es sich, die einzelnen Flaschen für den Zeitraum von circa einer Woche von einem kalten in einen warmen Raum zu bringen und dort zu lagern.

    Woher kommt der sehr starke Geschmack von Hefe?

    Ist bei dem Bier ein sehr penetranter Hefegeschmack auszumachen, spricht dies erst einmal nur dafür, dass das Bier noch jung ist. Es empfiehlt sich, dass Bier noch einige Wochen länger an einem kühlen Ort zu lagern. Der penetrante Geschmack wird so mit der Zeit geringer werden und nach ein paar Wochen kann das Bier in seinem ausgereiften Geschmack genossen werden.

    Mein Bier schmeckt sauer - Warum?

    Ist ein sauerer Geschmack im Bier erkennbar, dann sieht es so aus als wären Essigsäure- und Milchsäurebakterien enthalten. Dies kann passieren, wenn bei den letzten Prozessschritten des Brauens nicht ordentlich gearbeitet wurde. Das Problem hieran ist, dass es keine Möglichkeit gibt, die saure Geschmacksnote im Nachhinein wieder loszuwerden. Allerdings bedeutet ein saurer Geschmack von Bier nicht sofort, dass es nicht mehr genießbar ist. Es gibt viele Menschen, denen die Säure schmeckt. Für die Gesundheit besteht hier jedenfalls keine Gefahr, dass saure Bier kann bedenkenlos verzehrt werden.

    Kann Malz, dass nicht geschrotet ist, mit Hilfe einer Kaffeemühle gemahlen werden und anschließend für das Bierbrauen verwendet werden?

    Der Einsatz einer herkömmlichen Kaffeemühle empfiehlt sich hier nicht, da diese oft sehr fein mahlen. Allerdings gibt es einige Küchenmaschinen, die hier helfen können. Wichtig ist, dass das Korn des Malz lediglich aufgebrochen wird und dann grob gemahlen wird. Sobald es die Konsistenz von Mehr erreicht, ist das Läutern damit nicht mehr möglich. Es sollte also am besten schon im Vorfeld darauf geachtet werden, dass Malz in geschroteter Form gekauft wird. Ein weiterer Tipp ist hier, sich eine eigene Schrotmühle anzuschaffen. Diese Anschaffung lohnt sich nicht unbedingt für Anfänger, sondern nur wenn regelmäßig eigenes Bier gebraut wird. Preiswerte Varianten sind bereits ab einem Preis von rund 50 Euro erhältlich.

    Sind die Zutaten noch etwas haltbar, wenn das geplante Brauen nicht zustande gekommen ist?

    Es ist kein Problem das geschrotete Malz auch noch vier bis sechs Wochen nach dem Einkauf zu verwenden. Die Voraussetzung ist allerdings, dass es stets trocken und kühl gelagert wurde. Malz, dass noch umgeschrotet ist, kann sogar bis zu zwei Jahren unter den richtigen Bedingungen haltbar sein. Die Hefe kann im Kühlschrank aufbewahrt werden, allerdings sollte hier auf das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum geachtet werden. Bei dem Hopfen empfiehlt es sich, ihn einzufrieren. In dieser Form kann er bis zu einem Jahr gelagert werden, vorausgesetzt er kommt nicht in einen direkten Kontakt mit Sauerstoff. Ist dies der Fall, beginnt er, nach Käse zu riechen.

    Nach zwei Tagen lässt sich noch immer kein Voranschreiten des Gärungsprozesses feststellen - Was kann getan werden?

    Wenn nach zwei Tagen in dem Gärrohrchen noch immer keine Blasen zu finden sind, ist es möglich, dass die Temperatur für die Entwicklung der Hefe zu gering ist. Dann sollte ein wärmerer Ort für den Gärbottich gesucht werden oder alternativ die Heizung aufgedreht werden. Bei den nun wärmeren Umgebungstemperaturen sollte der Gärprozess langsam einsetzen.

    Beim Maischen wurde die empfohlene Temperaturspanne nicht eingehalten - Was tun?

    Das Maischen verfolgt da Ziel, so viel Zucker wie möglich aus dem Malz herauszulösen. Um hier die besten Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt sich eine Temperatur zwischen 65 bis 69 Grad Celsius. Einzige Ausnahmen bilden hier Wit- und Weizenbiere, bei denen andere Temperaturen optimaler sind. Wenn die Topftemperatur über einen längeren Zeitraum zu hoch oder zu niedrig war, ist dies erst einmal nicht tragisch. In diesem Fall sollte der Vorgang des Maischen etwas verlängert werden und die Temperatur dabei entsprechend korrigiert werden.

    Schon nach einem oder zwei Tagen stoppt der Gärprozess - Woran liegt das?

    Der Grund, weshalb die Gärung frühzeitig stoppt ist oft eine zu hohe Temperatur des Raumes. Dies ist der Fall wenn die Zimmertemperatur über 20 Grad Celsius liegt. Das ist allerdings nicht so schlimm. Allerdings ist eine Gärung bei kühleren Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius empfehlenswerter, denn die zu hohen Temperaturen bei dem Gärprozess können dazu führen, dass sich Nebengeschmäcker im Bier bilden. Das anschließende Abfüllen in Flaschen sollte aber dennoch immer erst nach mindestens sieben Tagen erfolgen. Denn auch, wenn die Gärung bereits abgeschlossen aussieht, baut die Hefe noch immer unbemerkt Nebenprodukte im Bier ab.

    Ablagerungen am Boden. Ist das Normal?

    Dass sich etwas am Biden der Flasche ablagert ist normal. Denn das selbstgebraute Bier ist ungefiltert und naturtrüb. So bleiben aber auch eine Vielzahl an Geschmacksboten enthalten. Allerdings setzt sich dabei Hefe und die Trubstoffe am Boden der Flasche ab.

    Am Tag der abgeschlossenen Gärung ist nicht genug Zeit vorhanden, um das Bier in die Flaschen zu Füllen oder es nach erfolgter Flaschengärung in den Kühlschrank zu legen. Ist das ein Problem?

    Ist nach der abgeschlossenen Gärung keine Zeit vorhanden, ist dies kein wirkliches Problem. Nach beendetem Gärprozess kann das Bier auch problemlos noch bis zu zwei Wochen in der Gärflasche bleiben. In die Flasche können keine Keime eindringen, daher ist es unbedenklich. Der Qualität des Bieres tut dies keinen Abbruch.

    Wie kann der Gärbehälter nach der Gärung am optimalsten gereinigt werden?

    Die Rückstände des Hopfens werden am effektivsten mit etwas Reiniger und heißem Wasser entfernt. Am besten das Wasser mit dem Reiniger in dem Gefäß für einige Zeit einwirken lassen, dann können die Rückstände und Verschmutzungen ganz einfach entfernt werden.

    Während der Gärung bildet sich auf dem Bier brauner oder weißer Schaum. Ist das ein Problem?

    Nein, das ist kein Problem. Der Schaum entsteht aufgrund der Hefe und ist ein Nebenprodukt ihrer Arbeit. Wenn die Hauptgärung beendet ist, sollte der Schaum nahezu oder komplett verschwunden sein.

    Gibt es beim Bierbrauen Vorschriften des Gesetzes, die eingehalten werden müssen?

    Generell braucht es zum eigenen Brauen von Bier keine gesonderte Erlaubnis. Jeder darf in den eigenen vier Wänden sein eigenes Bier herstellen. In der Bundesrepublik ist es jedem Einwohner erlaubt, 200 Liter Bier im Jahr herzustellen, ohne, dass er dabei im Hinblick auf die Steuern etwas beachten muss. Wenn die Menge des Bieres allerdings die 200 Liter Marke überschreitet, wird die sogenannte Biersteuer fällig. Außerdem ist eine Genehmigung für den Verkauf notwendig, wenn das Brauen nicht nur zur Deckung des Eigenbedarfs stattfindet.

    Ist es möglich, das Bier noch nachzuwürzen?

    Ja, es ist möglich das Bier noch nachzuwürzen. Bei dem nachträglichen Würzen wird nahezu die gesamte Nachwürzung, also Trockenmalz oder Zucker, in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Während des Prozess der Nachgärung entsteht Kohlensäure, die den Geschmack und die Spitzigkeit des Bieres merklich verbessert. Wichtig ist hierbei, Gefäße zu nutzen, die druckfest sind, wie beispielsweise Fässer oder Flaschen. Denn nur bei einem entsprechenden Druck ist es möglich, dass die Kohlensäure in der Flüssigkeit gelöst wird.

    Wer mit Trockenmalz nachwürzen möchte, muss dieses vor dem Abfüllen in Wasser auflösen. Hierzu werden pro Bier Liter 10g Malz benötigt. Anschließend niemals umrühren. Danach kann das Bier abgefüllt werden. Wichtig ist, dass die Flaschen nicht bis oben hin gefüllt werden, denn die Mischung aus Trockenmalz muss dort ja ebenfalls noch Platz finden. Pro Bierflasche sollte nicht mehr als 5 Milliliter der Trockenmalzlösung verwendet werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass die Flaschen platzen. Außerdem sollten die Flaschen nach dem Befallen schnell geschlossen werden, da sich sofort während des Einfüllens Schaum bildet.

    Das Nachwürzen durch Zucker gestaltet sich analog des oben beschriebenen Prozesses. Hier sollten pro Bierliter zwischen fünf und zehn Gramm Zucker verwendet werden.

    Wie kann der Alkoholgehalt bestimmt oder angepasst werden?

    Als Hauptindikator für den Anteil von Alkohol in einem selbstgebrauten Bier gilt die Stammwürze. Durch die im Bier enthaltene Hefe wird die Stammwürze zu einem Drittel in Alkohol und zu einem weiteren Drittel in Form von Kohlensäure verloren. Das überbleibende Drittel setzt sich als Restextrakt am Boden ab und ist im fertig gebrauten Bier nicht mehr enthalten. Je höher der Gehalt an Zucker in der Stammwürze ist, desto höher ist auch der Gehalt an Alkohol im Bier. Grundsätzlich kann der Alkoholwert nach der Formel berechnet werden: Prozent des Stammwürzgehalt minus Prozent des Restextraktgehaltes durch zwei.

    Was bedeutet es, nach dem Reinheitsgebot zu brauen?

    Bier darf, nach dem deutschen Reinheitsgebot, nur aus vier grundsätzlichen Zutaten bestehen. Diese sind Hefe, Wasser, Hopfen und Malz. Festgelegt wurde dieses Reinheitsgebot im Jahr 1516 und findet auch heute noch Anwendung. Allerdings wird es von vielen Crafted Beer Fans und Hobbybrauern nicht mehr beachtet, da es die Kreativität eingrenzt und als nicht länger zeitgemäß betrachtet wird. Besonders, wenn das Bierbrauen ein reines Hobby ist, sollte die Freude an Experimenten im Vordergrund stehen. Es liegt aktuell stak im Trend, die selbstgebrauten Biere durch Gewürze und Kräuter zu individualisieren und zu verfeinern.

    Ist mein gebrautes Bier über eine längere Zeit haltbar?

    Das Haltbarkeitsdatum für Bier, das selbst gebraut wurde, ist abhängig von vielen verschiedenen Faktoren. Deshalb ist es nicht möglich, ein allgemein gültiges Haltbarkeitsdatum zu nennen. Oft ist diese Frage allerdings gar nicht so wichtig, da das hergestellte Bier oft kurz danach schon verzehrt wird. Wenn das Brauen an sich sauber ausgeführt wurde und der Gehalt an Alkohol bei mindestens fünf Prozent liegt, dann ist das Bier mit Sicherheit zwischen drei und sechs Monaten lang haltbar - vorausgesetzt, es wird dunkel und kühl gelagert. Sobald das Bier über einen Gehalt von Alkohol von mehr als acht Prozent verfügt, kann es mit einem guten Rotwein gleichgesetzt werden - es kann also ohne Bedenken über längere Zeit im Keller reifen. Besonders bei Bierdosen, die dunkel und malzromantisch sind, kann dies einmal ausprobiert werden. Wird bemerkt, dass eine Flasche Bier doch nicht mehr wirklich zu genießen ist, sollte sie allerdings auf jeden Fall entsorgt werden. Doch auch hier besteht kein Grund zur Panik, denn generell bilden sich in Bier keine Keime, die als gesundheitsgefährdend einzustufen sind.

    Dauert es lange, bis das erste selbstgebraute Bier genossen werden kann?

    Das Brauen an sich nimmt ungefähr eine Zeitspanne von einem halben Tag in Anspruch. Der Gärungsprozess kann je nach Rezept und Menge zwischen drei bis hin zu fünf Tagen in Anspruch nehmen. Die anschließende Reifung des Bieren in Fässern, Flaschen oder anderen Behältern benötigt eine Zeit zwischen zwei und fünf Wochen. Danach kann das Bier endlich getrunken und genossen werden.