Welche Biersorten gibt es?

Biersorten
im Überblick

Eine der ersten Entscheidungen, die du als Heimbrauer zu treffen hast, ist die Wahl der Biersorte. Neben den bekannten Biersorten aus der Kneipe ums Eck haben in den vergangenen Jahren viele neue und spannende Sorten an Bedeutung gewonnen. Wir wollen euch hier eine kurze Übersicht über die wichtigsten Sorten geben. Dazu sollten wir zunächst eine wichtige Abgrenzung treffen: Es gibt obergärige und untergärige Biere. Diese unterscheiden sich in der verwendeten Hefe.

Obergäriges Bier

Bei obergärigen Bieren steigt die Hefe (Saccharomyces cerevisiae) am Ende des Gärvorgangs nach oben. Es sind für die Gärung Temperaturen von 15°-22°C notwendig. Diese Eigenschaft macht die obergärigen Biere besonders spannend für den Heimbrauer! Die wohl bekannteste Gruppe der obergärigen Biere sind die Ale’s. Dieser Ausdruck wird insbesondere in Großbritannien synonym für Bier verwendet.

Zu den obergärigen Bieren zählen unter anderem Pale Ale, IPA, Stout, Porter, Weizen, Kölsch und Berliner Weisse.

Untergäriges Bier

Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe (Saccharomyces carlsbergensis) am Ende des Gärvorgangs nach unten. Außerdem sind für die Gärung Temperaturen von unter 10°C notwendig. Da so niedrige Temperaturen einen äußerst aufwendigen Kühlprozess während der gesamten Gärung verlangen, sind diese Biere für den Heimbrauer nur bedingt geeignet. Nachstehend findet ihr eine kleine Übersicht der wichtigsten Biersorten.

Zu den untergärigen Bieren zählen unter anderem Bock, Dunkles, Helles, Lager, Märzen und Pils.

Obergärige Biere

Hier findet Ihr Beschreibungen der bekanntesten obergärigen Biere:

Pale Ale

Ales, im britischen Sprachgebrauch synonym für Bier verwendet, sind obergärige Biere. Der wohl bekannteste Vertreter ist das Pale Ale (Pale = „blass“). Das Malz dieses Bieres ist sehr hell (blass), früher wurde das erreicht, in dem beim Trocknen des Malzes Koks verwendet wurde.


Pale Ales sind hopfenbetonte Biere, welche normalerweise einen Alkoholgehalt zwischen 3,7 und 6,3 Volumprozent aufweisen. Das Verhältnis zwischen Hopfen und Malz ist typischerweise aber sehr ausbalanciert. Wie die meisten obergärigen Biere wird ein Pale Ale typisch bei 15-20°C vergoren und eignet sich daher bestens für den Heimbrauer.

India Pale Ale

Das India Pale Ale ist eine Weiterentwicklung des klassischen Pale Ales. Es ist typischerweise stärker eingebraut (höherer Alkoholgehalt) und hopfenbetonter.


Der Name India Pale Ale beschreibt den Ursprung dieses Ales: Im 19. Jahrhundert soll in England für die indischen Kolonien ein Pale Ale mit höherem Alkohol- und Hopfengehalt gebraut worden sein. Ziel war die bessere Haltbarkeit bei dem langen Transport.


Neben dem höheren Alkoholgehalt (typisch 6-9 Volumsprozent) und der Hopfenbetonung ist eine starke Hopfenbittere und teilweise auch sehr fruchtige Aromen typisch für ein IPA. Das starke Hopfenaroma kommt bei IPA auch daher, weil die Biere teilweise hopfengestopft sind (also während der Reifung des Bieres eine weitere Hopfengabe getätigt wird).


Das IPA ist das Bier schlechthin in der Craft Beer Szene und für den Heimbrauer bestens zum nachbrauen geeignet!


Mittlerweile gibt es unzählige Varianten des IPA (Session IPA, American IPA, Brown IPA, Double IA, Red IPA, …)

Stout

Das Stout ist ein sehr dunkles, meist schwarzes, obergäriges Bier.


Bei Stouts steht geschmacklich das Malz und die Süße ganz klar im Vordergrund. Der Hopfen spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle.


Der bekannteste Vertreter der Stouts ist das Guinnes.


Der Alkoholgehalt eines Stouts kann von 3 bis 10% gehen, typischerweise ist es aber recht stark (> 7%). Teilweise werden die Stouts mit stark gerösteter unvermälzter Gerste gebraut.


Stouts Erinnern teilweise geschmacklich an Schokolade oder Kaffeebohnen. Diese Zutaten können aber auch beim Brauen verwendet werden. Als obergäriges Bier ist ein Stout für den Heimbrauer, der es etwas malziger mag, jedenfalls einen Versuch wert!

Porter

Das Porter ist wie das Stout ein sehr dunkles, fast schon schwarzes, obergäriges Bier.


Die Abgrenzung zwischen Porter und Stout ist mitunter sehr schwierig, da beide geschmacklich sehr malzig und süß. Das Porter ist meist ein wenig stärker gehopft.


Typischerweise hat ein Porter um 5 Volumprozent.


Es gilt zu beachten, dass in Deutschland teilweise auch dunkle, untergärige Starkbiere mit 7-9% als Porter bezeichnet werden.

Kölsch

Als Kölsch wird ein obergäriges Vollbier bezeichnet, welches ausschließlich in der Gegend um Köln gebraut wurde.


Es handelt sich um ein klares Bier (gefiltert) mit einem Alkoholgehalt von ca. 4,8%.


Es ist genau definiert, wer sein Bier „Kölsch“ bezeichnen darf. Dementsprechend kann man den Stil nachmachen, ein echtes „Kölsch“ kann man als Heimbrauer definitionsgemäß allerdings nicht herstellen.

Weizen/Berliner Weisse

Als Weizenbier, häufig auch als Weißes oder Weißbier, bezeichnet man ein obergäriges Bier mit einem hohen Anteil an Weizenmalz.


Der Alkoholgehalt liegt typischerweise zwischen 5 und 6%.


Als Hefeweizen wird ein Weizenbier bezeichnet, welches durch Flaschengärung hergestellt wird. Es enthält dann typischerweise neben den Schwebstoffen auch noch die Hefen, da es nicht gefiltert wird.


Bei Weizenbier spielt der Hopfen eine eher untergeordnete Rolle.


Als Berliner Weisse wird das Weizenbier, welches in Berlin nach traditioneller Art hergestellt wurde, bezeichnet.


Wie die meisten obergärigen Biere ist es eine interessante Sorte für den Heimbrauer.